Klassisch konstruiert mit klassischer Auflösung – der neue Kriminalroman um Dupin und (Na klar, wer spielt denn hier die Hauptrolle?) die Bretagne: ihrem Essen, ihren Landschaften und ihren Bewohnern.

Liebhaber der Reihe kommen auf ihre Kosten, zumal Bannalec sie wieder einmal in eine neue Gegend führt: Saint-Malo und die umliegenden Städtchen. Die Leserin lernt die bekanntesten Restaurants, unendlich viele Kaffeebars und die schönsten Küstenlandstriche kennen. Letzteres macht Bannalec richtig gut, stellenweise ersetzt der Text beinahe einen Kurzurlaub.

Ansonsten ist der Plot etwas zahm. Obwohl der Spannungsbogen gut gehalten wird, fehlt ein echter Kniff. Der Verlauf des Falls ist nicht vorhersehbar, verläuft aber wie auf Schienen: Am Ende war es die (oder der), der (oder die) es eben sein musste. Nicht schlimm, ich zumindest lese die Dupin-Krimis ohnehin nicht wegen der tiefen Charakterzeichnungen oder den schockierenden Twists in der Geschichte.

Kurz: „Bretonische Spezialitäten“ ist nicht der beste, aber auch sicher nicht der schlechteste Titel in der Reihe. Fans wissen damit schon genug. Leserinnen, die in die bretonische Krimiwelt einsteigen, würde ich einen anderen Dupin empfehlen.