Bov Bjerg: Serpentinen

…ein letzter Rettungsversuch.
Die heimliche Reise mit dem Sohn Richtung Schwäbische Alb, zurück in die Vergangenheit, in eine Kindheit der Sprachlosigkeit unter einem protestantischen Nazi-Selbstmördervater. Selbst Sohn eines Selbstmörders, Sohn eines Selbstmörders. Wie ausbrechen aus den familiären Mustern, der Alkoholsucht, der Depression?

Ein nicht mehr ganz junger Mann – erfolgreicher Akademiker der Halt nur in absoluter Präzision findet – fährt als ruheloser, lebensmüder Protagonist mit „dem Jungen“ wahllos Albsteigen auf und ab. „Um was geht es?“ – die Serpentinen, das Bauchgefühl in den Kurven. So gerät das schaukelnde Anecken, das rauf-runter-hin-her zum zentralen Motiv des Romans, zum Lebensgefühl des Protagonisten zwischen Vaterliebe und Kindsmordgedanken.

Ein eindringlicher Text, der erfrischend unpathetisch dem Gefühlschaos folgt, während die Figuren in Schlangenlinien durchs „Familienbla“ reisen: auf der Suche nach einem Ausweg aus fatalen Traditionen.

Gestern waren wir im Museum gewesen.
Vitrinen voller Fossilien, an den Wänden Schieferplatten mit freigelegten Versteinerungen.

Bov Bjerg: Serpentinen

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