Man will ja nicht jammern. Was heißt man? Ich. Weil ich dieses Gegreine nicht mehr hören kann. Nicht, weil es sich abgenutzt hätte oder ich schon alle Klagen über Corona und Konsorten kennen würde.

Nein: Weil ich nicht mehr weiß, was ich antworten soll. Wie ich zu einem Gespräch beitragen könnte, ohne selbst pathetisch, wütend oder schlicht verwirrt zu werden. Wenn ich doch selbst nicht weiß, was ich glaube. Was ich gut oder schlecht finde. Was, verdammt noch mal, sinnvoll ist oder nicht.

Nur was ich nicht hören will, weiß ich ziemlich genau. Zielführend? Sollte als Konzept ernster genommen und als Begriff verboten werden. Menschen, die behaupten, es sei etwas erwiesen (in welcher Richtung auch immer), beweisen ein ums andere Mal die Unfähigkeit, selbst zu urteilen. Menschen, die sich ereifern über Rechte ohne Pflichten, über "das geht doch nicht" und "da mache ich nicht mit", stellen lediglich ihre auf kindliche Nabelschau verengte Weltsicht zur Schau, Maske oder nicht.

Ja, die Maske. Die eine trägt sie bis über die Augen gezogen, der andere als Fähnchen vor sich her. Wer dabei welche Lieder singt, ist so beliebig wie die Muster auf den Atemschutzläppchen, als man noch Selbstgeklöppeltes tragen durfte.

Wie gesagt: Ich mag es nicht mehr hören. Nicht, weil ich meinen Mitcoronahäftlingen den Mund verbieten will. Sicher nicht, weil mich fremde Meinungen nicht interessieren. Ich bin müde, weil ich immer wieder enttäuscht werde von der Plattheit der Gedanken, dem brandig infizierten Zorn und der dumpfen Ergebenheit. Vor allem aber bin ich müde ob meiner eigenen Unfähigkeit, etwas Gewichtiges, etwas mit Herz und Blut und Klarheit dagegen, nein: dazu zu sagen.

Liebe Grüße, euer raban.xyz